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Käthe KollwitzKäthe Kollwitz wurde am 08. Juli 1867 als Käthe Schmidt in Königsberg in Preußen geboren und gehörte zu den bekanntesten und bedeutendsten Künstlern Deutschlands. Als Bildhauerin, Grafikerin und Malerin machte sie sich schnell einen Namen und noch heute sind ihre Werke zeitlos in ihrer Art und Weise, wie sie auf die Menschen wirken. Mit ihren Radierungen, Kupferstichen und Holzschnitten hat sie stilübergreifende Kunst entwickelt – die bis heute eben als aktuell bezeichnet werden kann.

Familie:

Käthe Kollwitz war die Tochter von Katharina (geboren 1837, gestorben 1925) und Karl (geboren 1825, gestorben 1889) Schmidt. Karl Schmidt hatte zwar Jura studiert, fand aber aufgrund seiner liberalen Ansichten keine Anstellung beim preußischen Staat. Er wurde sozusagen aus der Not heraus dann Maurermeister. Käthes Mutter war Katharina (geborene Rupp). Sie war Tochter des Politikers Julius Rupp.
Käthe Kollwitz hatte noch zwei Geschwister. Über ihre Schwester Lisbeth ist beruflich nicht so viel bekannt, ihr Bruder Conrad war Ökonom.

Erste künstlerische Schritte:

Ihre Kindheit verbrachte Käthe zunächst in Königsberg - von 1867 bis 1885. Die künstlerische Ader der kleinen Käthe wurde bereits im Alter von 13 Jahren entdeckt – sie fertigte in diesem Alter bereits erste Kupferstiche. Und so bekam sie ab 1881 Unterricht bei Kupferstecher Rudolf Mauer. Weiterer Kunstunterricht wurde ihr bei dem Maler Gustav Naujok zuteil.

Studium:

Als weiterer logischer Schritt folgte 1885/86 der Gang an die Damenakademie. So wurde diese Institution des Vereins der Berliner Künstlerinnen genannt. Käthe Kollwitz lernte nun bei Karl Stauffer-Bern. Im Rahmen ihres Aufenthalts an der Damenakademie wurde sie so auch mit Gerhart Hauptmann und Arno Holz bekannt.
Während dieser Zeit wird Käthe auch auf die graphischen Arbeiten Max Klingers aufmerksam. Seine Arbeiten – im Speziellen seine Radierzyklen - beeinflussten ihre Arbeit nachhaltig.

Käthe kehrte dann 1886 nach Königsberg zurück, um Schülerin an der Kunstakademie Königsberg zu werden. Jetzt erhielt sie Unterricht von Emil Neide. Im Anschluss studierte sie dann bis 1889 in München bei Ludwig Herterich.

und weiter:

Selbst Käthe Schmidt hat nicht nur studiert und gearbeitet. Nach Abschluss ihres Studiums in Berlin, hat sie 1891 erst einmal geheiratet. Er war der Arzt Karl Kollwitz – mit ihm zog sie in einen Arbeiterbezirk nach Berlin – Prenzlauer Berg. Das Paar zog in ein Eckhaus in der damaligen Weißenburger Straße – die heute in Gedenken an die Künstlerin Kollwitzstraße heißt. Auch der dazugehörige Platz ist insbesondere den Berlinern bekannt – der Kollwitzplatz. Die Straße und der Platz sind seit 1947 nach ihr benannt. Früher war es der Wörther Platz.

Die Familie Kollwitz wuchs – 1892 kam Sohn Hans zur Welt. 1896 folgte Sohn Peter. Peter ist 1941 in Flandern gefallen – ein großer Verlust. Er ist auf der Kriegsgräberstätte Vladslo beigesetzt. Durch den Verlust ihres Sohnes bekam Käthe Kollwitz auch Kontakt zum Pazifismus und zu den Sozialisten.

Inzwischen arbeitete sie als Lehrerin an der Damenakademie des Vereins der Berliner Künstlerinnen. Diese Lehrtätigkeit übte sie von 1898 bis 1902/03 aus.

Erste Aufmerksamkeit und Erfolge:

Bei der Teilnahme an der „Großen Berliner Kunstausstellung“ 1898 bekam Käthe Kollwitz erste allgemeine Aufmerksamkeit. Dort zeigte sie die ersten Blätter ihrer Radierfolge „Ein Weberaufstand“. Keinen geringeren als Adolph Menzel – dem bedeutendsten deutschen Illustrator des 19. Jahrhunderts – konnte Käthe Kollwitz beeindrucken. So sehr, dass Menzel sie noch im selben Jahr zur "kleinen goldenen Medaille" vorschlug. Daraus wurde nichts, denn Kollwitz bevorstehende Ehrung wurde von Kaiser Willhelm II. abgelehnt. Er betrachtete ihre sozialkritischen Arbeiten als „Rinnsteinkunst“. Ein Ding der Unmöglichkeit im damals bevorzugten Historismus. Auch die großbürgerliche Salonmalerei ging mit der Kunst von Kollwitz nicht einher.

Mehr Kunst:

Bekannt sind selbstverständlich auch die künstlerischen Arbeiten als Bildhauerin. 1910 begann sie mit dieser Kunstform. Sie bediente sich dabei eines Stils, der dem Ernst Barlachs ähnelt.
Während dieser Zeit freundete sich Käthe Kollwitz mit dem Berliner Maler Otto Nagel an.
Die politischen Ambitionen von Kähte Kollwitz, die nie einer Partei angehörte veranlassten sie dazu, dem ermordeten Karl Liebknecht einen Holzschnitt zu widmen. Ihre politische Meinung konnte sie am besten in der Kunst ausdrücken, denn die sozialen Bedingungen darzustellen, ist Aufgabe der Kunst – so ihre eigene Aussage.

Als Mitglied in der Künstlerorganisation Berliner Secession und ihrer Tätigkeit für die Internationale Arbeiterhilfe (IAH) konnte sie ihren Drang nach Hilfe für die Schwächeren und ihr künstlerisches Schaffen am besten vereinen. 1919 ernannte man sie zur Professorin. Und so wurde Käthe Kollwitz als erste Frau Mitglied der Preußischen Akademie der Künste.

noch mehr „erste Frau“, Politik & erste unschöne Folgen:

Am 29. Mai 1929 wurde Käthe Kollwitz wieder als erste Frau in den preußischen Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste aufgenommen. Wie schon erwähnt, gehörte sie nie einer Partei an. Sie empfand sich einfach als Sozialistin und unterstützte einen Aufruf des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes zu einer Zusammenarbeit von KPD und SPD.

1933 wurde sie zum Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste gezwungen und ihres Amtes als Leiterin der Meisterklasse für Grafik enthoben. Sie gehörte nämlich zu den Unterzeichnern des Dringenden Appells zum Aufbau einer einheitlichen Arbeiterfront gegen den Nationalsozialismus. Im Zuge dessen wurden im Jahr 1936 die Exponate von Käthe Kollwitz aus der Berliner Akademieausstellung entfernt. Das kam Ausstellungsverbot gleich.

der zweite Weltkrieg:

Nicht nur, dass Krieg war – ihr Mann starb 1940. Er wurde im Familiengrab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde beigesetzt. Eine Zeit lang lebte Käthe Kollwitz dann während des Krieges auf Schloss Bischofstein in Lengenfeld unterm Stein. Und nach dem Krieg fand man dort eine Kiste mit verschollen geglaubten Grafiken.

1943 ist Kollwitz dann nach Nordhausen umgesiedelt. Leider wurde Ihre Wohnung in der Weißenburger Straße im November 1943 ausgebombt und zahlreiche Grafiken, Drucke und Druckplatten waren nicht mehr zu retten.

Auf Einladung von Ernst Heinrich von Sachsen zog sie im Juli 1944 in den Rüdenhof des Ortes Moritzburg. Dort bewohnte sie im 1. Stock eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung – eines mit Balkon und eines mit Blick auf das Schloss Moritzburg.

Sie erlebte das Ende des Krieges und damit des Naziregimes nicht mehr – Käthe Kollwitz starb wenige Tage zuvor, am 22. April 1945 in Moritzburg. Von der Wohnungseinrichtung konnten der Nachttisch, ihr Tagebuch und die Sterbebüste von Johann Wolfgang von Goethe erhalten werden.

 

1867

8. Juli: Käthe Kollwitz wird in Königsberg als Käthe Schmidt, Tochter des Maurermeisters und Predigers Carl Schmidt und dessen Frau Katharina (geb. Rupp), geboren.

1881

Sie nimmt Zeichenunterricht bei einem Kupferstecher in Königsberg und fertigt einige bekannte Stücke.

1885-1889

Ein weiteres Studium der Malerei bei Karl Stauffer-Bern in Berlin und bei Ludwig Herterich in München.

1891

Die Heirat mit dem Kassenarzt Karl Kollwitz, der sich in einem Berliner Arbeiterbezirk niederläßt. Es werden 2 Söhne geboren.

1895

Sie nimmt an der Berliner "Freien Kunstaustellung" mit 3 Werken teil.

1895-1898

Käthe Kollwitz schafft den Zyklus "Ein Weberaufstand".

1898

"Ein Weberaufstand" wird in der Großen Berliner Kunstausstellung vorgestellt.

1898

Käthe wird in die "Berliner Secession" aufgenommen.

1898-1903

Sie wird Lehrerin an der Künstlerschule in Berlin.

1899

Mit "Ein Weberaufstand" beginnt das Dresdner Kupferstichkabinett eine kleine Sammlung ihrer Stücke.
Verleihung der "Kleinen Goldenen Medaille" auf der "Deutschen Kunstausstellung" in Dresden, nachdem sie im Vorjahr nicht angenommen wurde.

1901-1908

Sie erhält für das Werk "Bauernkrieg" den "Villa-Romana-Preis"

1904

Käthe Kollwitz lebt ein Jahr lang in Paris. Sie arbeitet in der Plastik-klasse der Academie Julian.Sie bekommt Kontakt mit Auguste Rodin und Théophile Alexandre Steinlen.

1906

Ihr Plakat für die "Deutsche Heimarbeit-Ausstellung" wird auf Verlangen der Kaiserin Auguste Viktoria von allen Werbesäulen entfernt, da Sie die Darstellung einer kaputtgearbeiteten Frau nicht ertrug.

1914

Ihr Sohn Peter fällt im Ersten Weltkrieg bei Dixmuiden.

1917

Viele Ausstellungen im gesamten Deutschland zum 50. Geburtstag.

1918

Nachdem Richard Dehmel ein Durchhalten des Krieges gefordert hat, widerspricht sie ihm im "Vorwärts": Zitat: Es ist genug getötet worden! Keiner darf mehr fallen. Ich berufe mich gegen Richard Dehmel auf einen Größeren, welcher sagt: 'Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden.'"

1919

Sie wird das erste weibliche Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und bekommt gleichzeitig den Professoren Titel.

1921-1924

Arbeit für die Internationale Arbeiter-Hilfe, der viele linke Gebildete angehören. Während der Zeit entstanden sozialpolitische Plakate wie "Nie wieder Krieg" für den Jugendtag in Leipzig und : Nieder mit den Abtreibungs-Paragraphen!

1922/23

Käthe Kollwitz arbeitete an der Holzschnittfolge "Krieg", die von den Werken Ernst Barlachs beeinflußt wurden.

1928

Übernahme der Leitung des Meisterateliers für Graphik an der Akademie der Künste in Berlin.

1929

Verleihung des Ordens Pour le Mérite für Wissenschafen und Künste, nach der Ausstellung im Kupferstichkabinett in Basel. .

1932

Die Aufstellung des Mahnmals "Die Eltern" für den gefallenen Sohn Peter Kollwitz auf dem Soldatenfriedhof in Roggevelde das sie schon seit 1914 geplant hat.

1933
Käthe Kollwitz wird zum Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste gezwungen.
Amtsenthebung als Leiterin in der Meisterklasse für Graphik, später zudem indirektes Ausstellungsverbot durch Entfernung ihrer Arbeiten aus der Akademieausstellung und dem Kronprinzenpalais.

1934/35

Sie schafft ihr letztes Werk "Vom Tode" .

1940

Plötzlicher Tod ihres Mannes.

1942

Ihr Enkel Peter fällt in Rußland.
Es entstand die Lithographie "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden".

1943

Umsiedlung nach Nordhausen zu der Bildhauerin Margret Böning. Ihre Berliner Wohnung, in der sie seit 1891 lebt, wird durch zahlreiche Bomben zerstört; viele Drucke und Platten werden vernichtet.

1944

Die Umsiedlung nach Moritzburg.

1945

Am 22. April stirbt Käthe Kollwitz in Moritzburg. Ihre Urne wird 1945 in Berlin beigesetzt.

 

 

 

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