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Deutschland - Land der Gegner

Wenn man heute die Stimmung in Deutschland aufnimmt, spürt man eigentlich nur noch ein Gegeneinander. Es werden Gruppen gebildet, die sich nach außen abschotten und mit Verachtung auf andersgeartete Gruppen schauen. Die einfachen Regeln der Gruppendynamik hat es schon immer gegeben. Eine natürlich entstandene Gruppe, die sich bildet, entwickelt ein internes Zusammengehörigkeitsgefühl, das automatisch jeden Außenstehenden erst einmal als nicht ebenbürtig erscheinen lässt.

Auch wenn man eigentlich gegen den Außenstehenden oder gegen den einer anderen Gruppe Zugehörigen nichts einzuwenden hat, so ist es doch ein ganz normaler psychologischer Effekt, dass man sich denen anpasst, mit denen man tagtäglich zusammen sein muss. Das ist eine natürliche Schutzfunktion des Gehirns oder der Psyche, gut zu beobachten bei Scheidungskindern. In den meisten Fällen wird ein Scheidungskind sich immer dem Elternteil zuwenden, bei dem es sein Leben verbringen muss. Der andere Elternteil ist dann erst einmal außen vor und wird oft sogar nicht mehr akzeptiert. Eine ganz natürliche Schutzfunktion und in jedem von uns vorhanden. Dies nimmt auch Einfluss auf die Gruppendynamik. Wie gesagt, das hat es schon immer gegeben und ist vermutlich auch ganz normal. Aber ich habe das Gefühl, dass dies alles schlimmer geworden ist. Begründet könnte es sein durch die zunehmende Verrohung unserer Gesellschaft oder dadurch, dass eigene Standpunkte immer radikaler vertreten werden. Auch ein zunehmender Egoismus könnte ein Grund sein.

Die Menschen nehmen immer weniger Rücksicht aufeinander, keiner versucht mehr, andere Menschen zu verstehen oder sich in andere hineinzuversetzen. Was auch festzustellen ist, ist, dass immer mehr Menschen dazu neigen, andere bzw. deren Tätigkeiten abzuwerten, sich über vermeintliche Fehler anderer zu freuen oder sich über das Unglück anderer zu belustigen. Dann ist es natürlich schnell geschehen, dass man andere ausgrenzt oder sich selbst höher bewertet. So schnell entstehen Konflikte, denn wenn man sich selbst zu hoch einschätzt, hält man automatisch andere für minder, man hat dann kein Verständnis für andere und glaubt, der andere solle sich anpassen oder die einen selbst störende Tätigkeiten oder Eigenschaften abzustellen oder zu unterlassen. Was kann man also tun? Wenn man den vorherrschenden Zustand als unschön erachtet, kann man leicht fordern, dass andere diesen Zustand ändern, indem sie ihre Eigenschaften überdenken. Aber dann passt man ja selbst perfekt in das beschriebene Muster. Eigentlich hilft hier nur: zu versuchen, Verständnis für andere zu entwickeln. Zu hinterfragen, warum der Andere so handelt. Sich selbst zu überprüfen, ob man nicht selbst in dieser Situation auch so handeln würde. Akzeptieren, dass andere anders sind und den Vorteil darin sehen. Sich wieder für andere interessieren.Versuchen wir es doch einmal! Diese Konflikte habe ich in verschärfter Form festgestellt, entstanden zumeist aus mangelndem Verständnis:

  • Deutsche gegen Zuwanderer
  • Links gegen rechts
  • Raucher gegen Nichtraucher
  • Radfahrer gegen Autofahrer gegen Fußgänger
  • Ossi gegen Wessi
  • Hundebesitzer gegen Nicht-Hundebesitzer
  • Jung gegen alt
  • Muslime gegen Andersgläubige und Nichtgläubige

Ein Wunder eigentlich, dass Windows-Nutzer und Mac-Nutzer noch nicht mit Speeren aufeinander losgegangen sind.

Mario Lenz

 

 

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